Andromeda liberata

 

Inhalt:

Andromeda, nach einem Streit ihrer Mutter Kassiopeia mit den Göttern an einen Felsen gekettet, wird von dem Bezwinger Medusas, Perseus, befreit. Statt seine Liebe zu erwidern, bekennt sie sich zu ihren Gefühlen für Daliso. Im Konflikt zwischen Liebespflicht und –verrat irren die fünf Protagonisten dieses anmutigen Kammerspiels durch ein mythisches Äthiopien, Seelenlandschaft und fragmentarische Kampfzone für Liebende zugleich.
Zum Stück:

Um die Serenata  Veneziana „Andromeda liberata“ ranken sich zahllose Geheimnisse. Erst 2002 wiederentdeckt, wurde sie vermutlich 1726 uraufgeführt, vermutlich anlässlich der Rückkehr eines venezianischen Kardinals aus seiner Verbannung, und ist vielleicht gänzlich ein Werk aus der Feder Antonio Vivaldis, vielleicht ein musikalisches Pasticcio aus der Musik Vivaldis und seiner berühmten Komponistenkollegen wie Albinoni, Porpora und anderen. In dramaturgischer Gestaltung, musiktheatraler Originalität und Figurenskizzierung weist sie in ihrer Homogenität weit über gängige barocke Spektakel hinaus. „Andromeda liberata“ ist nicht nur die Geschichte von Menschen, verloren zwischen Kräften, die sich nicht begreifen, sondern eine Collage vielfältigster Spielarten der Liebe. In ihrer subtilen Flüchtigkeit gleichen die einzelnen Szenen impressionistischen Skizzenblättern, gerahmt durch Klänge von einer Schönheit fast an der Schmerzgrenze – dort, wo die Empfindungen in ihrer Klarheit am kältesten strahlen.

OPERA INCOGNITA präsentiert die szenische Erstaufführung dieser strahlenden Miniatur, deren Wiederentdeckung die barocke Musikliteratur um ein feinsinnig gearbeitetes Schmuckstück erweitert.