KÖNIG ROGER

KAROL SZYMANOWSKI

Aufführungen

29.08.2026, 02.09.2026, 04.09.2026, 05.09.2026, 09.09.2026, 11.09.2026 und 12.09.2026

STAATLICHES MUSEUM ÄGYPTISCHER KUNST MÜNCHEN

Mit dem Opernprojekt „König Roger“ präsentiert das freie Münchner Opernkollektiv eines der großen, wenig gespielten Meisterwerke des 20. Jahrhunderts, entstanden zwischen den Weltkriegen. Wollte man die ganze Vielfalt der Strömungen aufzeigen, die die europäische Musikgeschichte um die Jahrhundertwende geprägt haben, kann dieses Werk als beispiellos gelten. Impressionismus und Expressionismus, Folklorismen, Orientalismen und archaisierende Rückgriffe auf die Frühzeit der abendländischen Tonkunst vereint der spät wiederentdeckte Karol Szymanowski in diesem beeindruckenden Musiktheaterwerk, das – ähnlich wie Strawinskys „Ödipus Rex“ oder Schönbergs „Moses und Aron“ Oper, Mysterienspiel und Oratorium zugleich darstellt. Die Oper verarbeitet einen alten, sizilianischen Normannenstoff und Euripides mysteriöse „Bakchen“ zu einem eigenständigen musiktheatralen Kosmos über die Fragen nach Masse und Macht, der Verführbarkeit des neuzeitlichen Menschen, über die Sehnsucht nach dem Rauschhaften in strukturierten Gesellschaften und dem Einbruch des Archaischen in die Zivilisation. Das Libretto basiert auf historischen Persönlichkeiten und Fakten, bleibt aber fiktiv.

Kritiken

Aus Karol Szymanowskis einziger Oper „König Roger“ macht Regisseur Andreas Wiedermann und das Ensemble Opera Incognita im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München einen brisanten Abend voll hymnischer und ekstatischer Musik.
Die erste szenische Aufführung in München wird trotz der „Pocket-Einrichtung“ mit dem fantastischen Chor zu einer Glanzleistung im richtigen Raum. Die Betonwände im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst werfen alle Klangmassen schneidend zurück. Sie lassen die Personenstärke und die Solostimmen weitaus größer klingen, als sie tatsächlich sind. In einem solchen Ambiente kommt Ernst Bartmanns trickreiche und viele Detailfarben aus dem originalen „Salome“-Orchester bewahrende Schrumpfung locker mit nur 14 Musizierenden aus.
…Wiedermann und die Opera Incognita nutzten Szymanowskis diffuse Anliegen für eine Bühnenparabel über ein von widerwilliger Ablehnung in haltlose Willfährigkeit kippendes Gemeinwesen. [ ] Vor allem aber meißelt dieser spannende Opernabend aus Szymanowskis vergrübeltem Schwulst eine Studie über kollektiven Wankelmut – ohne Anklage und mit deshalb hoher Brisanz.

Deutsche Bühne/30.08.2026 von Roland Dippel

Von der Religion zum Rausch
Von der Handlungsarmut dieses 1926 uraufgeführten Dreiakters lässt Andreas Wiedermann nicht ins Bockshorn jagen. Auf der einen Seite inszeniert der Regisseur des freien Kollektivs Opera Incognita effektvoll gegen die Statik an, indem er etwa den 30-stimmigen, eindrucksvoll tönenden gemischten Chor von der anfänglichen Andachtshaltung allmählich in eine zunehmend befreite, am Ende orgiastische Gesellschaft verwandelt. Zum anderen nimmt Andreas Wiedermann den hohen Abstraktionsgrad dieses undramatishen Dramas beherzt an: Die erstarrte Religionsgemenschaft haust in minimalistischen Konstellationen von Steinblöcken (Bühne: Anton Empl), die royale Tafel wird in symmetrischer Stilisierung von drei Choristinnen gedeckt.

Abendzeitung/31.08.2026 von Michael Bastian Weiß

Eine verführerische Inszenierung an einem besonderen Ort
Andreas Wiedermann inszeniert in München „Könige Roger“ mit der Opera Incognita als bildstarkes Musiktheater. Der Spielort ist außergewöhnlich.

Süddeutsche Zeitung/01.09.2026 von Paul Schäufele

Klangrausch in der Pharonengruft
Die Opera Incognita begibt sich mit der Opern-Entdeckung „König Roger“ unter die Erde.

AichacherZeitung/01.09.2026 von Sabine Busch-Frank

Besetzung und Mitwirkende

DARSTELLER

RogerMatthias Bein
RoxaneAnnika Sandberg
Der HirteMarco Antonio Rivera
EdrisiDan Chamandy
Der ErzbischofRobson Bueno Tavares

CHOR

Hedi Bäcker
Helmut Bayerer
Lisa Böll
Martina Braun
Anna Echter
Bernhard Fernando
Thomas Greimel
Sebastian Hammer
Martin Ha-Minh
Stephan Hintzen
Martin Holzner
Joanna Kirkov
Anastasia Okonnikova
Karin Peither
Karen Schmidt-Bäse
Meike Schwarz
Karin Seidel
Martin Sellmayr
Verena Skalitzky
Carina Sötebier
Christina Stock
Annette Thomas
Juli van Scherpenberg
Gudrun Weidner
Martina Wendlinger
Yara Wolf
Anette Zaboli

INSTRUMENTE

Violine ICorinna Schröder
Violine IIAmy Park
ViolaAlexa Beattie
CelloJulia Klaushofer
KontrabassJunzhe Jia
FlöteVera Klug
OboeMarta Hernandes Santos
KlarinetteGabi Oder
FagottTadija Minčić
HornStefano Brusini
Schlagwerk IStephan Halbinger
Schlagwerk IIFabian Strauß
HarfeOlivia Debrabandere
KlavierBo Mi Kwon

KOSTÜM & TECHNIK

Ausstattung, KostümAylin Kaip
Inventardesign und -bauAnton Empl
LichtdesignJan-Robert Sutter
Produktions-assistenzMaria Armansperger